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PR Dominik Zeh

 
Münchner Merkur, 15. März 2004
 
Der Olympiasieger-Besieger
Wie der Hallbergmooser Zeh Überringer Leipold düpierte
 
Dominik Zeh / Foto: Kauper
 
Hallbergmoos - "Heute ist der Tag!" Immer und immer wieder sagte sich Dominik Zeh diesen Satz. Doch ob er wirklich dran glaubte, das weiß der Ringer des SV Siegfried Hallbergmoos wohl heute hoch nicht. Er redete sich seine Chance ein und erzwang mit einer dramatischen Wende in den letzten zehn Sekunden bei der deutschen Meisterschaft in Kleinostheim den Sieg über den bis dato als in Deutschland unbesiegbar geltenden Alexander Leipold. Hallbergmoos hat nun nicht nur einen neuen deutschen Meister, sondern auch - so nennen ihn jetzt die Fans - den "Olympiasieger-Besieger".
 
Es gilt im Ringen als feststehende Tatsache, dass ein Kampf gegen einen in Führung liegenden Alexander Leipold gelaufen ist, deshalb war der 1:1-Ausgleich durch Zeh schon eine Sensation.
 
Der große Superstar des deutschen Ringens, der mindestens zehn Jahre lang gegen keinen deutschen Ringer verloren hat, konterte zum 3:1-und die Ringer-Welt lief wieder in geordneten Bahnen.
 
Aber ein Dominik Zeh gibt nie auf. Der seit neun Jahren in Hallbergmoos lebende Franke aus Hof lag zehn Sekunden vor Schluss nur noch 2:3 hinten und dann machte er eine Zwei-Punkte-Wertung mit einer Aktion, wie sie gegen einen Alex Leipold nie funktionieren dürfte. Wie er das schaffte, wusste der 26-Jährige auch abends bei der Meisterfeier noch nicht: "Das muss ich mir irgendwann mal auf Video anschauen."
 
Diesmal war Mr. Willenskraft von sich selber überrascht. Nach der Aktion lag er auf Leipold, es kam die Sirene und alle außer dem großen Champion wussten, was passiert war. Zehs Fragen im Kopf ("War das ein Punkt oder zwei? Gibt es Verlängerung, oder was ist jetzt los?") beantwortete sein auf die Matte stürmender Anhang mit Trainer und "Ziehvater'" Sepp Fritsch (Neuer Spitzname: "Olympiasieger-Besiegercoach") an der Spitze.
 
Selbst bei der Siegerehrung konnte der. 26-Jährige ("Das war schon ein saukomisches Gefühl") sein Glück noch gar nicht richtig fassen. Im Laufe des Tages änderte sich das, denn Zeh grüßte die Menschen, die den Militärweltmeister von 2001 schon zum ewigen Talent abstempelten, mit: "Wen muss ich jetzt noch besiegen, um zu zeigen, dass ich in Deutschland nicht die zweite Geige spiele?" Es war sein Tag, der Tag, an dem er sich die erste Geige einfach nahm.
 
Nico Bauer
 
 

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