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PR Dominik Zeh

 
Frankenpost, 09. April 2005
 

Interview mit Dominik Zeh
Sinneswandel beim Ringerbund

 
 
Foto: Kauper
 
Am Sonntag geht's mit dem Flugzeug in die bulgarische Stadt Varna, am Dienstag steht das Wiegen auf dem Programm. Und am Mittwoch kann der für Hallbergmoos in der 1. Bundesliga ringende Hofer Dominik Zeh zeigen, dass seine Nominierung für die Ringer-Europameisterschaft richtig war.
Eigentlich warst Du vom Deutschen Ringerbund schon aussortiert. Woher dieser Sinneswandel bei den Verantwortlichen?
"Als ich bei den deutschen Meisterschaften den Titel verteidigt habe, kam der künftige Bundestrainer auf mich zu und riet mir unter dem Siegel der Verschwiegenheit, mich fit zu halten."
Was Du getan hast. Und wie ging es dann weiter?
"Die Kaderringer fuhren in ein Trainingslager nach Minsk in Weißrussland, um sich auf die EM vorzubereiten. Was dort dann passiert ist, weiß ich nicht. Jedenfalls bin ich dann zu einem DRB-Lehrgang nach Schifferstadt eingeladen worden. Und dort hat man mir gesagt, dass ich Deutschland bei der EM vertreten werde."
Überrascht gewesen?
"Schon, aber irgendwie hatte ich geahnt, dass da was auf mich zukommt. Der künftige Bundestrainer hatte mir gesagt, dass ihm imponiere, wie ich mich in den beiden vergangenen Jahren präsentiert habe."
Zufrieden, dass die DRB-Verantwortlichen diesen Kurswechsel vorgenommen haben?
"Mehr als das. Ich bin überglücklich. Zumal ich während der Woche in München als Einzelringer des SV Hallbergmoos zum zweitbesten Sportler in der Landeshauptstadt gewählt worden bin. Das geht runter wie Öl."
Wie sieht die Vorbereitung für Varna aus?
"Wir sind beim Lehrgang noch einmal in die Grenzbereiche gegangen. Die letzte Woche sollten wir bei unseren Heimtrainern die Belastungen herunterfahren. Ich war natürlich in meiner Heimatstadt Hof, wo ich beste Bedingungen habe. Ich habe noch vier Kilo "abzukochen", was absolut kein Problem ist."
Wie stehen die Chancen in Varna?
"Die deutschen Ringer sind bescheiden geworden. Mit einer Medaille wäre der DRB schon zufrieden. Wer sie holt, ist egal."
Vielleicht reißt ausgerechnet der schon ausgebootete Dominik Zeh das Steuer herum?
"Schön wär's, ein Traum sogar. Aber realistisch betrachtet, muss ich sagen: Es ist verdammt schwer, eine Medaille in Varna zu holen. Fast übermächtig und unschlagbar sind die Ringer aus der früheren Sowjetunion. Man braucht da schon verdammt viel Glück bei der Auslosung, um überhaupt in die Nähe einer Medaille zu kommen."
Was wäre in diesem Falle Glück?
"Dass man in den beiden ersten Runden auf Ringer aus westeuropäischen Ländern trifft."
INTERVIEW: PETER LANGER
 

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