In Kooperation mit FRANKY - Dem Trendmagazin für Hochfranken - www.frankys.net

 

 

 

 

 

Linktipps

 
www.funsporting.de
 
"Frage niemals ob, sondern
immer wie du es schaffst!"
 
www.andre-puchta.de
 
www.stars-in-der-region.de
 
www.fernweh-park.de

Newsletter bestellen Gästebuch Impressum

PR Dominik Zeh

 
Frankenpost, 16. März 2005
 
Interview mit dem zweifachen deutschen Meister Dominik Zeh
 
"Wollte es allen zeigen, die mich abgeschrieben haben"
 
Dominik Zeh / Foto: Kauper
 
Einen deutschen Meistertitel im Ringen bekommt man nicht geschenkt. Schrammen, Kratzer, hie und da kleine Blutergüsse - auf dem Gesicht von Dominik Zeh sind die Kampfspuren noch immer deutlich sichtbar. Spuren hinterlassen hat bei dem 27 Jahre alten Hofer auch die Tatsache, dass er trotz seines deutschen Meistertitels im Vorjahr vom Deutschen Ringer-Bund (DRB) ausgebootet wurde. Dass er es nach seiner Titelverteidigung im Freistil bis 74 Kilogramm am Wochenende in Waldkirch noch einmal wissen will, machte Zeh in einem Interview mit unserer Zeitung deutlich:

Herr Zeh, bei den Titelkämpfen scheint es heiß hergegangen zu sein?

"Natürlich. Bei einer solchen Meisterschaft ist jeder Kampf hart. Vor allem die neuen Regeln erfordern es, dass man fast immer Vollgas geben muss. Neuerdings ist es so, dass jede Runde separat gewertet wird. Zwei davon müssen gewonnen werden, unabhängig von der Punktzahl. Wer also die erste Runde mit großem Vorsprung für sich entschieden hat, der kann sich auf seinem Polster nicht bis zum Ende des Kampfes ausruhen, sondern muss auch im zweiten Durchgang gewinnen. Das heißt, dass nicht mehr so viel taktiert werden kann, die Aggressivität nimmt zu. Zudem wird Passivität härter bestraft: Wer in die blaue Zone gerät, also Mattenflucht begeht, wird mit Punktabzug bestraft. Unser Sport ist für die Zuschauer dadurch interessanter geworden, weil es mehr Action gibt."

 

Im Vorjahr besiegten Sie im Finale die Ringer-Legende Alexander Leipold. Heuer haben Sie den Titel gegen den deutschen Jugendmeister Peter Weißenberger verteidigt. Welchen Stellenwert hat für Sie der erneute Titelgewinn?

"Es war immer mein Traum, einmal deutscher Meister zu werden. Und wenn man dann auch noch einen Star wie Leipold besiegt, dann ist so etwas kaum mehr zu überbieten. Aber mir bedeutet die Titelverteidigung sehr viel, weil ich bewiesen habe, dass man es auch als Einzelkämpfer schaffen kann."

Späte Genugtuung dafür, dass sie vor einem Jahr trotz des Meistertitels vom Deutschen Ringer-Bund ausgebootet wurden?

"Sicher. Ich habe die schwierigen Monate, die hinter mir liegen, nicht vergessen. Drei Wochen nach dem Sieg gegen Leipold wurde ich damals aus der Sportfördergruppe ausgeschlossen. Ich bin plötzlich zu keinem Lehrgang mehr eingeladen worden. Sogar die Sporthilfe wurde mir gestrichen."

 

Was war die Begründung des DRB?

"Man hat mir lapidar gesagt, ich erfülle die Leistungsanforderungen nicht, um international mitzuhalten. Damals ist eine Welt für mich zusammengebrochen. Ich habe geheult, weil ich gedacht habe, nun ist mein großer Traum vom Spitzensport ausgeträumt. Ringen war doch immer mein Leben gewesen. Ich befürchtete, niemals mithalten zu können, weil ich nicht die Trainingsbedingungen haben würde, wie sie anderen Spitzenringern zur Verfügung stehen."

Und dann haben Sie mit Ihrem Vater Horst auf eigene Faust trainiert?

"Wir hatten keine Wahl. Ich habe jeden Tag beim ASV Hof mittrainiert. Der Verein hat mich in dieser schweren Phase sehr unterstützt. Es gab keine Häme. Keiner hat nachgetreten, weil ich den Verein damals verlassen habe, um bei Hallbergmoos in der Bundesliga starten zu können. Dafür bin ich sehr dankbar. Nicht vergessen möchte ich an dieser Stelle auch meinen Berater André Puchta. Er arbeitet sehr viel im Hintergrund und nimmt mir viele organisatorische Tätigkeiten ab."

 

Was hat Sie in dieser Zeit angetrieben?

"Der Ehrgeiz, es denen zu zeigen, die mich schon abgeschrieben hatten. Das
Wissen, es ohne Unterstützung des Verbandes geschafft zu haben, wertet den
zweiten Meistertitel enorm auf."

Es gibt jetzt mit Rainer Kamm einen neuen Bundestrainer. Werden die Karten
da nicht neu gemischt?

"Anzeichen dafür gibt es. Kamm ist gleich nach dem Finale zu mir gekommen, um mir zu gratulieren. Er hat mir gesagt, dass ich für ihn derzeit die Nummer eins sei. Er hat mich zu einem Leistungstest im Olympiazentrum in Schifferstadt eingeladen. Dort soll die Entscheidung darüber fallen, wer zur Europameisterschaft (12. bis 17. April in Varna, Anm. d. Red.) fährt."

 

Was haben Sie ihm geantwortet?

"Ich habe ihm gesagt, dass ich mich darüber freue. Aber ich habe auch angedeutet, dass sich mein Leben in den vergangenen zwölf Monaten stark verändert hat. Jetzt gibt es nicht mehr nur Ringen für mich, sondern ich habe einige weitere Aufgaben."

Welche zum Beispiel?

"Ich absolviere an der Berufsakademie in München eine Ausbildung zum Diplom-Fitness-Ökonomen. Dazu gehört auch eine praktische Lernzeit. Deshalb arbeite ich drei Mal in der Woche im Hofer Fitnessstudio LaFit. Außerdem habe ein Geschäft aufgemacht, in dem ich Nahrungsergänzungsmittel für Sportler verkaufe."

 

Aber für eine EM-Teilnahme würden Sie nochmals alles zurückstellen?

"Ja. Ich würde nochmals alles geben, mich voll auf diese Aufgabe konzentrieren. Ich bin froh, dass ich den Rückhalt meiner Freundin Doreen habe. Sie hat zu mir gesagt: "Wenn du die Chance bekommst, dann musst du sie nutzen. Dafür hast du immer gearbeitet."

Die Öffentlichkeit nimmt verstärkt Notiz von Ihren Leistungen. Der Münchner
Merkur hat Sie für die End - aussscheidung zur Wahl des "Sportler des
Jahres" nominiert. Wie wichtig ist Ihnen das?

"Ich freue mich sehr darüber. Es ist eine tolle Sache, wenn man als Ringer für eine solche Wahl in Betracht kommt. Schließlich ist Ringen nur ein Randsport."

 

Welche Ziele haben Sie mit Hallbergmoos?

"Auf jeden Fall wollen wir die Endrunde erreichen. Mein Wunschtraum ist es aber, einmal vor mehreren tausend Zuschauern im Finale der deutschen Meisterschaft zu stehen."

 
Matthias Will
 
 

News

 
dominik-s
 
dominik-s ®
Sportnahrung zur Leistungssteigerung und optimierten Gewichtsreduzierung. Mehr...